Das Importaufkommen am Flughafen Frankfurt ist derzeit besonders hoch. Gleichzeitig hat die Anzahl von Packstücken deutlich zugenommen. Die beiden größten Abfertiger in der CargoCity Süd, LUG und FCS, berichten in dem Zusammenhang von bis zu 30% mehr Frachttonnage als im vergangenen Jahr und aufgrund der aktuellen Warenstruktur über eine Verdoppelung der Packstücke. Über den Frankfurter Flughafen werden derzeit wöchentlich mehrere Hundert Tonnen an dringend benötigten medizinischen Hilfsgütern abgefertigt. 

Der Standort Frankfurt kann das derzeitig hohe und anders zusammengesetzte Frachtaufkommen stemmen. Dafür ist im Hinblick auf die aktuelle Situation eine starke Zusammenarbeit aller Beteiligten unabdingbar. Nur gemeinsam können flüssige Abläufe sichergestellt und langen Wartezeiten bei der Abfertigung entgegengewirkt werden. Lager- und Abfertigungskapazitäten sind bei FCS und LUG vorhanden, jedoch sehen sich die Unternehmen mit starken Schwankungen bei der Abholung von Importfracht konfrontiert. Während vor allem an den vergangenen Wochenenden die landseitigen Ladekapazitäten zu wenig nachgefragt wurden, kam es nach den Wochenenden zu zahlreichen Abholungen zur gleichen Zeit, und damit verbunden temporären Wartezeiten. Abholer wurden daher aufgefordert, ihre Sendungen kontinuierlich auch über Feiertage und Wochenenden hinweg abzuholen; dem wurde nur in geringem Umfang nachgekommen. 

FCS Import-Auslieferung am vergangenen Wochenende: Jede Menge freie Kapazitäten für Abholungen blieben ungenutzt

In Folge des erhöhten Lagerbestandes kommt es zu einer Verlangsamung der vorgelagerten Prozesse in den Lagern. Durch Verschiebungen der Flugpläne und vermehrte LKW-Ersatzverkehre sowie durch den Ausfall von regulären Passagierflügen im Zuge der COVID-19 Pandemie und der Einhaltung von Infektionsschutzmaßnahmen und Abstandsregelungen, stehen alle Beteiligten vor neuen Herausforderungen. Zusätzliche Charterverkehre im Auftrag von bislang nicht auf Cargo-Flüge spezialisierten Unternehmen führen zu hohem Koordinationsaufwand und teils aufwändigen Nacharbeiten durch fehlende elektronische Übermittlung von Sendungsdaten.

FCS und LUG appellieren daher an ihre Partner, sich in gemeinsamer Abstimmung um eine Ausgewogenheit in der Abholung zu bemühen und zusammen an einer verbesserten Koordination der Prozesse zu arbeiten. Die Abfertiger stehen an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr zur Verfügung. 

LUG und FCS befinden sich in regem Austausch mit der Fraport und der Air Cargo Community sowie mit dem Speditions- und Logistikverband. Gemeinsam werden Maßnahmen ausgearbeitet, um die Infrastruktur für die Fahrer vor Ort zu verbessern, den elektronischen Datenfluss zu verbessern und die Verkehrsströme am Flughafen Frankfurt aufrecht zu erhalten.